[Review] The Deer God (Switch)

The Deer God reiht sich in eine große Liste von Platformern ein. Das in Pixelgrafik gehaltene 3D-Abenteuer glänzt dabei mit einigen interessanten Features, die es vom Rest abheben sollen. Dabei sorgen Tag- und Nachtwechsel für eine besondere Atmosphäre. Ob das genügt, um Gamerherzen höher schlagen zu lassen, klären wir in diesem Test.

Das Motto des Spiels lautet: “Lebe als Reh, überlebe als Reh”.

Zu Beginn spielt ihr nicht direkt als Reh und rennt umher, sondern bekommt eine kurze Story von zwei Jägern kredenzt, die auf der Jagd sind, aber an diesem Abend keine Beute machen konnten. Stattdessen wird einer der Männer von Wölfen getötet. Die Götter des Waldes verfrachten die Seele in den Körper eines Hirsches bzw. Rehs, um ihn das Leben und Überleben im Wald zu lehren. Schon beginnt das Endlos-Jump’N’Run, dessen Gefahren per Zufall generiert werden.

Bis auf vereinzelte Quests existiert kein wirkliches Ziel. Mnn hüpft permanent von rechts nach links oder umgekehrt und wird dabei von allerhand unterschiedlichen Feinen angegriffen, die man mit einem Dash oder später mit leichter Magie ausschalten kann. Währenddessen sammelt man Power-Ups, löst einfache Kisten-Schiebe-Rätsel und erreicht Checkpoints, an denen man als Hirsch, als Reh geht es noch nicht, Sex mit einem schimmernden Reh hat und ein Junges spawnt. Stirbt man jetzt während des Abenteuers, kehrt man genau nach dort zurück und aller Fortschritt wird zurückgesetzt.
So ganz verstanden habe ich dieses System nicht, denn der einzige wirkliche Fortschritt ist der Alterungs- und Stärkungsprozess des Hirsches.

Alle paar Minuten verändert sich die Waldgrafik in Form von unterschiedlichen Gebieten und dem genannten Tag- und Nachtwechsel. In den unterschiedlichen Zonen lauern dann auch immer andere Gegner. Dabei trifft man ab und an auf Greise oder alte Hirsche, die einem eine Quest geben.

Das Design ist wirklich wunderschön. The Deer God bietet was fürs Auge, auch wenn man nach einer guten Stunde Spielzeit alles schon gesehen hat. Ich musste mir immer wieder neue schicke Screenshots anfertigen, um die Optik einzufangen.

Das Gameplay allerdings bildet das genaue Gegenteil zum wirklich genialen Gamedesign. Es ist eintönig und bietet so gut wie keine Abwechslung.

Je weiter man ins Spiel vordringt, desto mehr entfaltet sich eine Geschichte um das Gute und Böse. Als Protagonist tragt ihr das Karma mit euch. So kann es passieren, dass man mal als Hase oder anderes schwaches Tier respawnt, wenn man etwa ein friedliches Tier angegriffen und getötet hat. Das ist mir recht häufig “passiert”. Man merkt also schnell, dass es darum geht, Gutes zu tun. Aus diesem Grund wurde ein Jäger in seine Beute “verwandelt”.

The Deer God ist ein relativ schwieriger Titel, was primär an der hohen Spielgeschwindigkeit liegt. Der genannte Dash kann zwar Gegner attackieren, aber man bekommt selbst auch immer etwas ab, weshalb man behutsam vorgehen muss. Weglaufen kann man nur in wenigen Fällen und dann gilt es, sehr genau zu springen, sonst landet man direkt in der nächsten Falle und stirbt.

So besteht ein Großteil des Platformers darin, eben diese Verfolgungsjagden zu bestehen bzw. zu überleben und nicht direkt dem nächsten Gegner in die Arme, Hufe oder Pfoten zu laufen.

Leider bekommt man die das Gefühl, etwas erreichen zu müssen oder gar können. Führten der Entwickler bzw. Nintendo endlich ein Erfolgssystem ein, könnte The Deer God richtig interessant werden. Aktuell hat man das Gefühl, das Game wäre eher eine Art Tech-Demo.

Grafik
Der vorigen Erklärung zur Folge wären 100% im Wertungspunkt Grafik durchaus drin. Da man häufig Gegner schwer bis gar nicht erkennen kann und Tode im Spiel teils verheerende Auswirkungen haben können, werden ein paar Prozent abgezogen.

Sound
Die euch begleitenden Elektrobeats passen ins Gesamtkonzept und sind ok, mehr aber auch nicht. Da wäre sicherlich mehr drin gewesen.

Gameplay
Der gesamte Ablauf von The Deer God haut niemanden vom Hocker, obschon Potential vorhanden ist. Manchmal funktionierten die “Nachwuchs-Checkpoints” nicht und haben meinen ohnehin schon kaum vorhandenen Progress deutlich nach hinten geworfen.

Die Quests sind immer recht einfach, wenn der Questtext aufmerksam gelesen wird. Ansonsten rennt man im Normalfall von links nach rechts, weicht Gegnern aus oder killt sie und versucht am Leben zu bleiben. Wilde Beeren etc. können konsumiert werden und geben euch HP zurück. Wie oben schon mal erwähnt, wäre das Game mit Erfolgen sicherlich noch deutlich interessanter. Sehen wir, was da kommt.

Umfang
Auch hier gilt “okay”, mehr nicht. Es gibt nicht so viel zu tun. Längere Sessions kann man in diesem Spiel nicht verbringen.

Fazit
Werfen wir alle Bewertungspunkte in die Waagschale, erhält man für 7,99€ einen unglaublich liebevoll programmierten Pixelgrafik Titel, dem man durchaus eine Chance geben kann. Auch wenn es zeitweise wie eine Tech Demo wirkt, ist genau das genial gelungen. In Sachen Grafik hatte ich noch keinen Download auf einer Konsole, der mit The Deer God mithalten könnte.
Progress-Gamer oder Grinder werden sicherlich nicht glücklich, aber der Anteil an Retro-Fans kommt voll auf seine Kosten.

Download: Nintendo eShop

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The Deer God

7,99€
The Deer God
6.2

Grafik

9.5/10

Sound

6.0/10

Gameplay

5.5/10

Umfang

5.0/10

Spielspaß

5.0/10

Pros

  • Pixelgrafik Ambiente genial
  • Lustiger Plot

Cons

  • Eintöniger Spielablauf
  • Teils ungenaue Kollisionsabfragen
  • Unübersichtliches Leveldesign

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