A Plagues Tale

[Review] A Plague Tale: Innocence

A Plague Tale: Innocence von Entwickler Asobo Studio und Developer Focus Home Entertainment hatte irgendwie niemand so richtig auf dem Schirm. Und dabei klingt das Setting des Action-Adventures sehr vielversprechend. Seit 14. Mai 2019 ist das Abenteuer nun schon für PS4, Xbox One und PC erhältlich und ob sich die hohen Erwartungen erfüllen, könnt Ihr hier nachlesen.

Die Geschichte spielt im Mittelalter im Jahr 1349 in Frankreich. Die Pest macht sich in den Straßen breit und die Inquisition zieht durch das eh schon vom Krieg gebeutelte Land. Menschen werden grausam gefoltert, oder gar auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Inquisitoren machen selbst vor Adeligen nicht Halt und auch Frauen und Kinder sind nicht sicher. Und so kommt es, dass unsere Protagonistin Amicia schon bald mit ihrem kleinen Bruder Hugo vom Anwesen der Familie fliehen muss. Nur mit ihrer Steinschleuder bewaffnet, streift sie also mit ihrem kleinen Bruder im Schlepptau durch das Land, auf der Suche nach Sicherheit. Eine lange Reise beginnt.

A Plagues Tale

A Plague Tale: Innocence geht nach einer kurzen Einführung direkt in die Vollen und die Idylle verwandelt sich nach dem Eintreffen der Inquisitoren, die es offensichtlich auf den kleinen Hugo abgesehen haben, in ein Schlachtfeld, aus dem die jugendliche Amicia zunächst gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder entkommen muss. Man steuert ausschließlich Amicia, die die ganze Zeit die Hand des kleinen Bruders halten muss, und obwohl sie bisher aufgrund seiner mysteriösen Krankheit kaum Kontakt zu ihm hatte, vereint die beiden das Schicksal doch schneller als gedacht. Amicia kann Hugo an einem sicheren Ort lassen, während sie Gegner bekämpft oder die Gegend erkundet. Ihre einzige Waffe ist eine Schleuder, die mit Steinen und anderer Munition ausgerüstet werden kann. Die Munition dafür kann aus Gegenständen hergestellt werden, die auf ihrer abenteuerlichen Reise gesammelt wurden. Dank eines Waffenrads ist die Munitionsherstellung sehr einfach. Doch nicht nur rohe Gewalt, sondern auch geschickte Ablenkungsmanöver führen oft zum Ziel. So kann man die Widersacher zum Beispiel durch das Werfen eines Tontopfes an eine andere Stelle locken, um sich dann an ihnen vorbei schleichen zu können. Und auch die Alchemie spielt eine Rolle beim Vorankommen. So kann man beispielsweise Ratten aus ihren Verstecken locken, um den Gegnern den Garaus zu machen, aber noch viele andere nützliche Fähigkeiten, die hier nicht gespoilert werden sollen, können im Verlauf des Spiels erlernt werden.

A Plagues Tale

Ein Hightlight in A Plague Tale – Innocence sind sicherlich die großen Massen von Ratten. Das gesamte französische Königreich ist übersät davon. Sie tragen die Pest durch die verwüsteten Dörfer, Landschaften und Schlachtfelder. Man kann ihnen nur schwer entkommen, sie sind blutrünstig und verschlingen alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Abwimmeln kann man die gefährlichen Nager  nur mit Licht beziehungsweise Feuer. Dieses wird im Spiel teilweise sehr geschickt zum Vorankommen eingesetzt. Aber auch hier soll nicht zuviel verraten werden.

Ihre Schleuder und Ausrüstung kann Amicia an über die Welt verteilten Werkbänken mit ihrem gefundenen Loot verbessern. So kann sie etwa stärkere Bänder an ihre Schleuder bauen, oder ihre Beuteltasche erweitern, um mehr Munition tragen zu können. Außerdem kann unter anderem auch die Nachladegeschwindigkeit der Schleuder oder die Lautstärke beim Schießen oder auch Schleichen verbessert werden. Möglichkeiten gibt es viele – das gefällt.

A Plagues Tale

Zumeist kann der Spieler selbst entscheiden, ob er sich in den Kampf stürzt oder versucht, sich an den Gegnern vorbei zu schleichen. Zu diesem Zweck bietet A Plague Tale: Innocence kleine Stealth-Optionen, wie etwa Gegenstände werfen oder mit der Steinschleuder Geräusche an anderer Stelle zu verursachen. Das Schleichen und Ablenken ist fast immer die bessere Wahl, da man, wenn man erstmal entdeckt wurde, beim ersten Hieb des Gegner sofort das Zeitliche segnet. Ein paar leichte Rätsel lockern das Spielerlebnis etwas auf. Der Schwierigkeitsgrad ist aber bei keiner der beiden Möglichkeiten zu schwer. Dadurch kann man sich allerdings sehr gut auf die sich interessant entwickelnde und sehr schön erzählte Geschichte konzentrieren, die nach etwa 12 Stunden zu Ende erzählt ist.

A Plagues Tale

Grafisch macht A Plague Tale: Innocence in der von uns getesteten PS4-Pro-Version einen sehr guten Eindruck. Vor allem die sonnigen Landschaften sehen fantastisch aus. Aber auch die anderen Umgebungen sind sher liebevoll und detailreich gestaltet. Die Soundkulisse und auch die deutsche Synchronisation sind ebenso sehr gut gelungen. Es kann auch die englische und eine französische Tonspur ausgewählt werden.

A Plagues Tale

FAZIT
A Plague Tale: Innocence spielt in einem unverbrauchten Setting. Die liebenswürdigen Charaktere, die kleinen, liebevollen Details und nicht zuletzt natürlich die Unmengen an Ratten, die man förmlich auf sich herumkrabbeln spürt, machen das Abenteuer zu etwas Besonderem. Das geschwisterliche Band von Amicia und ihrem kleinen Bruder Hugo ist mitreißend in Szene gesetzt und wirkt authentisch. Auch, wenn die Rätsel nicht sehr spektakulär, die Schleichwege zumeist vorgezeichnet und die Action-Sequenzen nicht sehr anspruchsvoll sind, bekommt man hier trotzdem ein hervorragendes Action-Adventure abseits des Lara-Croft-Nathan-Drake-Assassins-Creed-Einheits-Breis.

A Plague Tale: Innocence

8.3

Grafik

9.0/10

Sound

8.0/10

Gameplay

8.0/10

Umfang

8.0/10

Spielspaß

8.5/10

Pros

  • Packende Story
  • Unverbrauchtes Szenario
  • Ratten!

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