God of War 20180421204633 - [Review] God of War

[Review] God of War

Publisher Sony Interactive Entertainment hat mit God of War (2018) einen in der Spieleszene lange erwarteten Titel von Entwicklerstudio SIE Santa Monica Studio veröffentlicht. Dabei fährt man unter anderem für den Soundtrack starke Geschütze auf. Kein anderer als der US-Amerikaner Bear McCreary war für die musikalische Untermalung zuständig. Dieser hat unter anderem die Musik für Battlestar Galactica und The Walking Dead kreiert, um einmal bekannte Namen zu nennen, mit denen eigentlich jeder etwas anfangen können müsste.In diesem Review möchten wir uns den achten Teil der God-of-War-Reihe genau ansehen und schauen, ob der inhaltliche Nachfolger zu God of War III aus 2010 hält, was er verspricht. Angesiedelt ist das Game in der nordischen Mythologie, da nach Kratos vorigen Abenteuern die Götter Griechenlands mehr oder weniger ausgerottet sind. Folglich musste ja ein neues Setting her.

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Genereller Spielablauf

Aktiv gesteuert wird Protagonist Kratos. Sohn Atreus werden Befehle für den Einsatz seines Bogens gegeben werden. Außerdem können einige Verbesserungen freigeschaltet werden, die den Jungen automatisch kämpfen bzw. seinen Vater unterstützen lassen. Das beginnt bei simplen Ablenkungen der Gegner, um diese dann wieder in den Fokus nehmen zu können und endet bei aktiver Unterstützung, indem Atreus den Gegner würgt oder gar mittels Pfeil betäubt.

Der Spieler bereist eine Welt der nordischen Mythologie und startet in Midgard. Grundsätzlich ist God of War in kombo-basierte Kämpfe, Puzzle- und Kletterelemente unterteilt. Quick-Time-Events wie in vorigen Teilen der Serie existieren nur sehr wenige, was sich in Summe aber positiv auswirkt. Außerdem wurde diese Events so gut in den Spielablauf eingebaut, dass es gar nicht wirklcih auffällt.

Eine Axt gegen alle

Nebst der Tatsache, dass die Spielmechanik von Grund auf überarbeitet wurde, fällt auch sofort auf, dass Kratos zu Beginn des Abenteuers keine Chaosklingen, sondern eine Axt verwendet. Dabei handelt es sich um die Leviathan-Axt, die für Atreus Mutter geschmiedet wurde. Im Kampf kann der Spieler diese nicht nur in seine Gegner rammen, sondern auch werfen und per Knopfdruck zurückholen. Ein solches Verhalten kennen wir auch von Thor und seinem Hammer Mjölnir.

Vater und Sohn

Man könnte vermuten, dass Atreus für den Gamer während des Abenteuers zur Belastung wird, weil man ihn z.B. ständig im Auge behalten muss. Dem ist allerdings ganz und gar nicht so. Der Junge agiert bis auf Schießbefehle per Viereck autark und wird Richtung Endgame mehr als nur ein Begleiter, da er mit zusätzlichen Fähigkeiten und Verbesserungen der Rüstung eine zentrale Rolle im Schadensoutput einnimmt.

Außerdem stellt Atreus die Schnittstelle zwischen nordischer Sprache und griechischem Gott dar. Da Kratos die lokale Sprache bzw. Schrift nicht versteht, hilft ihm sein Sohn immer weiter und treibt so die Story und die Beziehung der beiden voran.

Eine epische Geschichte startet

God of War bringt eine herausragend gute Story mit, in die man bereits von der ersten Minute an hineingezogen wird. Um niemanden zu spoilern, werden wir in diesem Review nicht so detailliert darauf eingehen.

Was man allerdings sagen bzw. schreiben kann, ist die Tatsache, dass die Entwicklung der Beziehung zwischen Vater und Sohn sowie die lokalen Gottheiten eine zentrale Rolle spielen. Es wird immer wieder Spannung aufgebaut und aufgelöst. Als Spieler erlebt man immer wieder Highlights, die einen an die Konsole fesseln. So muss man etwa nicht zwingend Nebenquests erfüllen, entwickelt durch diese die Beziehung zwischen Kratos und Atreus aber merklich weiter und erfährt viele Details zu Midgard und der Umgebung.

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So streifen wir als Goff des Krieges durch eine große Spielwelt, die mit und mit frei zugänglich wird. Zu Beginn wird man an die Steuerung und die verfügbaren Fähigkeiten herangeführt. Außerdem verläuft der Spielfluss recht linear. Nach etwas mehr Spielzeit wird es dann möglich, sich frei bzw. freier zu bewegen. So kann man sich schlussendlich auch zu unterschiedlichen Orten teleportieren, nachdem man ein Portal einmal besucht bzw. gesehen hat. Limitiert wird der Spieler dabei lediglich von zu starken Gegnern, es muss also noch gelevelt werden, oder manchmal auch von der Story selbst. Hat man in dieser noch nicht genug Fortschritt gemacht, so lassen sich nicht alle Winkel der Spielwelt untersuchen. Diese Tatsache ist aber nicht negativ zu bewerten, da sie sich nicht auf den Spielspaß auswirkt.

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Gameplay

Wie bereits angedeutet, führt Kratos im aktuellen Teil von God of War zunächst eine Axt. Zu Beginn des Abenteuers steht euch eine recht begrenzte Anzahl von Schlag-Kombos zur Verfügung, die im Verlauf der Story allerdings massiv ausgebaut werden kann. Wir unterscheiden in leichte Angriffe über R1 und schwere Attacken über R2. Erstere sind schnelle Axtschwinger und richten akzeptablen Schaden an. Für die heftigen Angriffe mittels R2 müsst ihr immer etwas mehr Ausführungszeit einplanen, da Kratos richtig weit ausholt. In schnellen oder unübersichtlichen Gefechten kommt es da sicherlich auch zu Treffern gegen euch bzw. einem aktiven Abbruch des Manövers. Ein solcher lässt sich z.B. durch eine Ausweichrolle triggern.

Eine Alternative zum Ausweichen stellen die Konter dar. Blitzt beim gegnerischen Move ein gelber Kreis auf, so wird dieser über einen schnellen Druck von L1 mittels Schild abgewehrt. Je nach Schwere des Einschlages können wir direkt einen eigenen Angriff starten oder müssen uns kurz erholen. Später lassen sich Skills erwerben, um einen starken und vor allem schnellen Konterangriff zu initiieren. Der Spielfluss profitiert davon ungemein.

Eines der wichtigsten Features der Leviathan-Axt ist der Wurf. Über L2 lässt sich zielen und dann, analog zum direkten Angriff, ein starker langsamer Wurf via R2 oder ein schneller mittels R1 ausführen. Letzterer richtet am Feind natürlich auch weniger Schaden an. Diese Fähigkeit nutzt Kratos neben dem aktiven Kampf auch zum Lösen von Rätseln, wenn z.B. Zahnräder eingefroren werden müssen. Über das Drücken von Dreieck kommt die Waffe zu jedem Zeitpunkt wieder zurückgeflogen, wobei die Entfernung durchaus eine Rolle spielt. Es kann also mal eine Sekunde länger dauern, wenn ihr das feine Stück irgendwo habt stecken lassen. Da Kratos auch mit Schlägen und Tritten verheerenden Schaden anrichten kann, kommt man auch mittels Faustkampf zeitweise zurecht.

Das ist Sparta

Zentrale Fähigkeit ist der Spartan Rage. Um diesen Agressionsmodus durch de Druck von L3+R3 aktivieren zu können, wird zunächst eine volle Wut-Leiste vorausgesetzt. Diese füllt sich durch das Vermöbeln von Mobs oder über sammelbare kleine orange-rote Gefäße. Dann hagelt ihr mit Fäusten und Füßen auf die Feinde ein und normalerweise sind die Kämpfe dann auch beendet, sofern ihr nicht gegen einen Mini-Boss oder Boss antretet.

Beenden lassen sich die Gefechte auch über einen finalen Move (Takedown) durch das Drücken von R3, sofern der Feind torkelt und angezeigt wird, dass R3 gedrückt werden darf. Dann flott zum Mob laufen und das brutale Ende eines Monsters einleiten und genießen. Spätestens da zeigt sich, warum das Game seine Freigabe ab 18 Jahren erhalten hat.

Das Duo macht den Unterschied

Atreus nimmt der Spieler zunächst nicht als extrem wichtigen Teil des Kampfsystems wahr, da der Junge von der KI gesteuert wird und der Gamer lediglich über Viereck Pfeile verschießen lassen kann. Zielt man auf ein Monster, so schießt Atreus auf das anvisierte Ziel.

So setzt Kratos seinen Sohn zunächst immer wieder als Ablenkung ein, um nicht gegen zu viele Mobs gleichzeitig kämpfen zu müssen oder um einfach Attacken von hinten zu vermeiden.

Dies ändert sich aber flott, wenn ihr beim Schmied die Waffen verbessert und über erhaltene Erfahrungspunkte neue Fähigkeiten freischaltet. Diese Freischaltungen werden in verschiedenen Kategorien durchgeführt, sodass wir Perks, Kombos und Verbesserungen in den Feldern Axt, Nahkampf, Schild, Spartan Rage, Bogen und Pfeilen etc. aktivieren können. Hier erhält der Spieler sehr viele neue Möglichkeiten, seine Kämpfe zu gestalten bzw. in Notsituationen zu reagieren. In Summe sind diese Fähigkeiten teils spielentscheidend. Dies gilt ganz besonders für den bisher unterschätzten Atreus. Nach dem Aktivieren der letzten Fähigkeiten und dem Erwerb einer sehr guten Rüstung können wir so schnell Pfeile verschießen, dass kaum Ladezeit übrig ist und die Geschosse einen derart hohen Schaden verursachen, sodass Kratos eigentlich nur eine Runde im Kreis laufen muss und der Junge alles erledigt. Im Duo sind die beiden dann absolut unschlagbar, wenn wir z.B. Blitzpfeile mit Stun-Effekt in Gegnerwellen ballern und Kratos dann einfach durch diese Feinde durch eskalieren kann. Der meiste Trash lässt sich so spielend vernichten und erst bei spezielleren Mobs muss man dann taktischer rangehen.

Das Kampfsystem lässt einfach keine Wünsche offen. Wir können von der Ferne über Pfeile und die Axt viel Schaden anrichten und dann erst in den Nahkampf oder direkt an die Monster ran und Atreus ein wenig helfen lassen. Die vielen freischaltbaren Perks, Fähigkeiten und Kombos runden das Paket dann ab.

Zu oft haben wir uns laut lachend in brutalen Kombos wiedergefunden und uns an der Zerstörung erfreut.

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Grafik

Visuell begibt sich God of War in völlig neue Höhen. Das Werk legt die Messlatte verdammt hoch an und könnte durchaus als Spitze des Eisberges der neue Referenzwert für kommende Games werden/sein.

Von perfektem Charakterdesign bis hin zu atemberaubenden Landschaften ist einfach alles enthalten, was unseren Augen schmeichelt. Perfekte Licht- und Schattenspiele gehören genauso zum Repertoir des Titels wie ein super in Szene gesetztes Ambiente. Es passt einfach alles.

Während unseres Exkurses nach Midgard konnten wir in einer Zwischensequenz einen kleinen Fehler bei der Darstellung des Schulterpanzers feststellen. Ansonsten war da einfach nichts, was Punktabzüge hätte rechtfertigen können.

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Sound

Bereits in der Einleitung hatten wir geschrieben, dass der Komponist Bear McCreary für den Soundtrack zu God of War engagiert wurde. Wer diesen bereits kennt, der weiß, dass sich das Ergebnis lediglich als episch bezeichnen lässt.

Alle übrigen Videospieler oder potentiellen Interessenten des Games sollten dann einfach mal in den z.B. bei Spotify verfügbaren Soundtrack reinhören. Selbst ohne Bezug zum Spiel könnt ihr die Musik genießen und wenn ihr God of War abgeschlossen habt, so bekommt ihr sicherlich an der einen oder anderen Stelle mal Gänsehaut.

Und auch sonst lässt God of War keine Wünsche offen. Der genannte Soundtrack untermalt eure lautstarken Gemetzel, die Synchronisation ist sowohl deutsch als auch englisch einfach perfekt, wir haben primär auf englisch gedaddelt, und zieht euch mit jeder Spielstunde weiter in seinen Bann.

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Umfang

In diesem Bewertungspunkt kommt man kaum an der maximalen Punktzahl vorbei. Die Hauptstory an sich beschert gut zehn bis zwölf Stunden Spielzeit und schaltet man wirklich alles frei, kämpft jeden Kampf und löst jedes Rätsel, so zockt ihr locker 40+ Spielstunden ohne Langeweile.

Elemente wie das relativ begrenzte Crafting, Perks für die Rüstung, Talismane und natürlich die vielen Skills runden das Gesamtpaket ab und ergeben ein ziemlich ausgeglichenes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Fazit

God of War hat im Vorfeld sehr viel positive Resonanz erhalten und vor unserem Test lag die Bewertung im Mittel bereits bei gut 95%. Entsprechend kritisch sind wir an das Spiel herangegangen. Wir mussten jedoch schnell feststellen, dass die Tester da draußen in der Videospielszene nicht übertrieben haben.

Der wirklich epische Soundtrack untermalt eure Abenteuer derart perfekt, dass man sich einen Wecker stellen muss, um die Playstation auch mal wieder herunterzufahren. Die Ladekabel oder einfach mehrere Controller sollten bereitliegen. Auch die Headsets, sofern diese zum Einsatz kommen, sollten redundant ausfallen oder wie in unserem Fall über wechselbare Akkus verfügen.

Logo 350x210 - [Review] God of WarWir haben schon viele Spiele getestet und es werden noch viele folgen, aber mit God of War wurde in 2018 ein Meisterwerk veröffentlicht, an dem sich sicherlich noch viele Entwickler messen müssen.

Neue Maßstäbe wurden gesetzt und für mich als Tester unserer Redaktion und Autor dieses Textes hat es in den letzten Jahren kein so gutes und ausgeglichenes Videospiel gegeben. Dieses Game darf in keiner Sammlung fehlen, selbst wenn ihr noch keinen Teil der Serie gezockt habt.

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God of War

69,99€
10

Grafik

10.0/10

Sound

10.0/10

Gameplay

10.0/10

Umfang

10.0/10

Spielspaß

10.0/10

Pros

  • Fesselnde Story
  • Geniale Grafik
  • Überragender Soundtrack
  • Actionreiche Kämpfe
  • RPG Elemente

Cons

  • Mit aktuellem Patch eigentlich nichts...
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