[Review] Need for Speed Payback

Need for Speed Payback

EAs neuster Teil der Need for Speed Reihe ist seit gut einer Woche erhältlich und musste sich im Test unserem kritischen Blicken stellen. Ob sich der Titel lohnt, erfahrt ihr im Verlauf des Artikels.

Need For Speed Payback hat initial sehr lange Ladezeiten, die man aber verzeihen kann, da diese leider bei vielen AAA-Spielen vorkommen. Einführungen in Games konnte EA schon immer gut. So wird man sehr spielerisch und ohne Druck an die Protagonisten und deren Spezialisierungen der Fahrzeuge herangeführt. Tyler ist der Rennfahrer, Jessica die Driverin, Sean der Drift-Profi und Ravindra der Mechaniker.

Nachdem die Crew von Lina Navarro reingelegt wurde, verstreuen sich die Freunde und leben ein gutes halbes Jahr von Gelegenheitsjobs. Lediglich der Anführer wird von Marcus Weir mehr oder weniger freiwillig engagiert und muss dort wenig angesehene Fahrdienste erledigen. Diese Geschichte erlebt ihr als Einführung ins Spiel selbst und dabei werden auch die unterschiedlichen Fahrer genutzt. Allerdings unterscheiden sich diese lediglich darin, dass sie andere Fahrzeugtypen verwenden. Andere Skills oder ähnliches sind nicht eingebaut.

Wie es sich für einen echten Streetracer gehört, will Tyler sein langweiliges Leben so nicht weiterführen und beginnt, sich zurück an die Spitze der Szene zu fahren. Zunächst steht euch dazu eine „Schrottkarre“ zur Verfügung, die aber recht flott in ein halbwegs vernünftiges Fahrzeug getauscht werden kann.

Need for Speed Payback

Grafik
Grundsätzlich muss man sagen, dass die Grafik super ist. Fahrzeuge sind sehr detailreich und auch die Charaktere wurden mit sehr viel Liebe gestaltet und zum Leben erweckt. Lediglich die Bewegungen, z.B. in Cutscenes, wirken ein wenig steif. Da es sich um einen Arcade Racer handelt, legen wir den Fokus aber auf die Fahrzeuge. Da kann man beim Rest schon mal ein Auge zu drücken.

Erreicht man die Garage, darf man sich dort neue Autos kaufen, wenn man sich die nötige Kohle zusammengespart hat. Am Anfang stehen dem Spieler nicht viele Anpassungsmöglichkeiten zur Verfügung. So muss sich der Renn-Fan zunächst mit dem Anpassen der Wagenfarbe begnügen. Im Verlaufe der Hauptstory ist es dann möglich, für Need for Speed typische Anpassungsmöglichkeiten wie Decals, Felgen, Fahrzeugteile etc freizuschalten und diese anzubringen. Das macht auch richtig Spaß. Im Test habe ich recht viel Zeit damit verbracht, meinen fahrbaren Untersatz für die Straßen zu designen. Diese erstellten Designs kann man dann sogar speichern und irgendwann nochmal laden. Dieses Feature ist klasse und erinnert an Diablo 3, wo man mittlerweile einzelne Zusammenstellungen speichern und mit einem Klick wiederherstellen kann.

Das Schadensmodell, das generell keine echte Auswirkung auf das Fahrverhalten hat, wirkt ausgereift und stimmig. Dies soll heißen, dass man auch dort einen optischen Schaden zu verzeichnen hat, wo dieser aufgetreten ist.

Nicht so schick hingegen war etwa das Fahren in der Wüste. Fährt man ein wenig rum und hinterlässt Spuren im Sand, verschwinden diese innerhalb von Sekunden wieder.

Sehr negativ aufgefallen ist, dass Texturen oder gar ganze Fahrzeuge mitten im Rennen erst nachgeladen wurden. Regelmäßig kam es sogar vor, dass ich bei Duellen quasi alleine mit ein paar Schatten auf dem Boden gestartet bin und dann plötzlich Autos im Weg waren oder ein matschiger Pixelhaufen im Vorbeifliegen mit 220 km/h zur wunderschönen Landschaft wurde. Das sollte bei einem AAA-Titel in 2017 auf einer PS4 Pro nicht passieren. Da es dazu im Verlauf der Testphase keinen Patch gegeben hat, werden hier Punkte in der Wertung abgezogen.

Need for Speed Payback

Sound
Zum Thema Sound gibt es nicht viel mehr zu berichten als: SUPER! Der Soundtrack ist einfach genial, die Auswahl der Titel sehr groß. Gepaart mit Motorsound, Burnouts und Drifts ergibt das einen “Mach-Mal-Lauter” Effekt, der den Spielspaß enorm anhebt. Während meiner Spielstunden konnte ich keine Fehler, Lags oder fehlerhafte Synchronisation feststellen.

Need for Speed Payback

Gameplay
Die offene Welt von Need for Speed Payback bietet allerhand zu tun. Zunächst lohnt es sich natürlich, die Hauptstory zu zocken, da so viele Features der Garage in Form von Anpassungen etc. freigeschaltet werden.

Die Steuerung fühlt sich recht schwammig an und man benötigt ein paar Minuten, sich daran zu gewöhnen. Es lohnt sich durchaus, die Empfindlichkeit der Tasten bzw. Trigger anzupassen. Man sollte vorher definitiv kein Gran Turismo Sport gespielt haben.

Auf der Welt gibt es überall verteilt Möglichkeiten, Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen, Gegenstände für Belohnungen zu sammeln und Rennen zu fahren. Bei Rennen besteht zusätzlich zum Preisgeld selbst noch die Möglichkeit, eine Wette abzuschließen. Dafür wird euch zu Beginn eines jeden Events eine solche angeboten und ihr dürft entscheiden, ob ihr diese für zusätzliche Credits annehmen wollt oder nicht. Recht oft ist der Wetteinsatz so hoch wie das Preisgeld. Es kann bei abgeschlossener Wette und erstem Platz vorkommen, dass ihr zwar den ersten Platz erreicht habt, aber keine Kohle bekommt. Das ist frustrierend, aber man kann ja immer selbst entscheiden.

Als Vorgabe einer solchen Wette kann z.B. vorkommen, dass man 60 Sekunden auf dem ersten Platz fahren und gewinnen muss. Leichter ist da schon das Zerstören von 25 Objekten in einem Rennen. Das macht dann auch noch richtig Spaß, weil man alles wegrasieren darf/muss/soll. Diese Wetten, man kennt sie auch von bekannten Racing-Filmen, passen gut ins Spiel und sind eine echte Bereicherung für das Gesamtkonzept.

Höhepunkt der Verfolgungsjagden sind die Takedowns der Gegner. Ihr könnt eure Rivalen geschickt an Wänden oder Hindernissen platzieren, sodass diese in Bullettime das weltliche segnen. Allerdings erscheinen im Normalfall immer mehr Fahrzeuge, wenn ihr euch nicht “versteckt”.

Vor der Polizei müsst ihr keine Angst haben. Sie fährt zwar ebenfalls sehr schnell und ballert auch bei 250km/h mal an euch vorbei, aber mit ein wenig Geschick könnt ihr sie immer loswerden. Ein Witz sind die Barrikaden, die man einfach immer locker umfahren kann.

Need for Speed Payback

Umfang
Der Umfang des Spiels ist wirklich ordentlich. Für NfS Payback lässt sich hier nur die maximale Punktzahl vergeben. Die offene Welt ist zeitgemäß und bietet viel Abwechslung in Form von Events oder Rennen. Die beschriebenen Wetten steigern den Nervenkitzel noch etwas, da man potentiell viel Geld verlieren kann. Zudem verbringen Leute wie ich Stunden in der Garage beim Anpassen des PKW.

Need for Speed Payback

Fazit
Need for Speed Payback macht Spaß. Die Anpassungsmöglichkeiten der Fahrzeuge sind wie gewohnt ausführlich und machen auch ohne das Hauptspiel schon viel Spaß, sofern einmal alles freigeschaltet wurde.

Performance Anpassungen in Form der Karten können frustrieren, da man eine gute Karte ziehen muss, um das jeweilige Kraftfahrzeug verbessern zu können. Generell kann man diese Vorgehensweise aber auch nicht verteufeln, denn man freut sich wie ein Kind beim Öffnen seines neuen Booster Packs von Pokémon, wenn etwas Gutes drin ist.

Grafikfehler kann ich durchaus verzeihen, aber da existieren schon einige Schnitzer, die die Wertung nach unten drücken. Auch hier gilt: Bringt ein Patch Besserung, werden wir die Punkte überdenken und das Review ergänzen.

Die Story ist leider schwach und fühlt sich an wie eine Mischung aus Fast and Furious und dem Need for Speed Film. So erinnert alleine die Crew schon an die des Fast and Furious Franchises. Viele Entwicklungen im Zuge der Hauptstory sind vorausschaubar. Man hat wohl versucht, an Zeiten von Most Wanted anzuschließen und dann irgendwie die Geschichte drumherum erzählt. Das hat leider nicht funktioniert. Der Gamer kann keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen. Man fühlt sich einfach nicht verbunden und das ist genau das, was gute Titel ausmacht. Als Beispiel dafür führe ich gerne Star Wars Battlefront 2 auf. Dort erlebt man mit der Protagonistin eine packende Story, fühlt mit und möchte einfach Teil der Welt sein. Der Vergleich mag an der einen oder anderen Stelle haken, aber soll aber auch nur zeigen, dass es deutlich besser geht.

Summa summarum ist Need for Speed Payback ein guter Titel, der voraussichtlich primär von Fans der Serie wirklich geliebt werden wird. Dennoch eine klare Empfehlung für Fans von Arcade Racern!

Dieser Beitrag wurde bereits 916 mal gelesen

Need for Speed Payback

8.8

Grafik

8.0/10

Sound

10.0/10

Gameplay

8.0/10

Umfang

10.0/10

Spielspaß

8.0/10

Pros

  • Open World
  • Viele Events
  • Viele Wagen und Anpassungsmöglichkeiten

Cons

  • Schwache Story
  • Grafikbugs (2 be patched)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: