Timespinner

[Review] Timespinner

Wer wollte nicht immer schon vergangene Fehler verhindern, in die Zeit zurückreisen und die Zukunft verändern? Die Entwickler von Lunar Ray Games haben mit Timespinner ein Spiel erschaffen, welches sich mit diesem Thema beschäftigt. In dem spannenden Titel werdet ihr viele Entscheidungen treffen müssen, die sich direkt auf die Gegenwart auswirken. Wie sich das Spiel geschlagen hat, klären wir im Test!

Die Zeitbotin

In jeder Generation wird eine Person mit starker magischer Aura ausgewählt, und als Boten der Zeit ausgebildet. Dieser Mensch muss, wenn eine Katastrophe auf das Dorf niedergehen sollte, in die Zeit zurückreisen und die Vergangenheit so ändern, dass die Gegenwart weiter besteht. Bei Lunais hat man schon im Kindesalter festgestellt, dass sie die nächste Zeitbotin werden sollte. So vergingen die Jahre mit der Ausbildung, bis zu einem schicksalhaften Tag.

An diesem Tag wurde ihr Dorf von dem Lachiem Königreich angegriffen. Ihre Mutter konnte Lunais bis zu der versteckten Zeitmaschine bringen. Lunais Mutter flehte sie an, dass sie in die Vergangenheit reisen müsse und ihre Aufgabe erfüllen solle. Kurz bevor die Zeitbotin in das Gerät einsteigen konnte, stand der Kaiser von Lachiem vor Lunais Mutter. Er und seine Lakaien vernichteten das gesamte Dorf und nun waren auch die zwei Frauen dran. Noch bevor Kaiser Nuvius sich Lunais schnappen konnte, stieß ihre Mutter sie in die Zeitmaschine. Doch Lunais musste dafür mitansehen, wie ihre geliebte Mutter dafür sterben musste.

Nur einen Augenblick später befand sich die Zeitbotin an einem anderen Ort. Sie wusste nicht wo, nur dass die Zeitmaschine funktioniert haben musste. Durch den Vorfall schwor sie sich Rache, egal was es kosten würde…

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16-Bit Grafik trifft auf Metroidvania

Das Spiel tritt in einer wunderbaren nostalgischen 16-Bit Optik auf. Die Umgebung als auch die Gegnersprites wirken so wie damals auf dem SNES. Da Timespinner ein Metroidvania der alten Schule ist, bewegt man sich durchwegs durch Schlauchlevels voran. Man findet unterwegs Passagen, die zuerst nicht bewältigbar sind und erst durch spätere Upgrades zu überwinden sind.

Bei der Kulisse hätten die Entwickler gerne mehr Vielfalt zeigen können. In dem Titel hat man sich auf Wälder und diverse Burgen beschränkt. Aber nichtsdestotrotz wirken die wenigen unterschiedlichen Umgebungen schön gestaltet.

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Leider sind die Kulissen alle ziemlich ähnlich

Auf Knopfdruck die Zeit anhalten

Da Lunais die Zeitbotin ist, ist es nur logisch, dass sie auch mit der Zeit umgehen kann. Mit einem gezielten Knopfdruck kann die Protagonistin die Zeit anhalten. Dadurch kann sie gegnerischen Geschossen ausweichen und die Monster von hinten überraschen. Ein weiters Feature des Zeitstillstandes ist auch, dass man Gegner als Plattformen benutzen kann. So müssen manche Rätsel gelöst werden und besondere Gegner besiegt werden. Um dieses Feature nutzen zu können benötigt Lunais eine spezielle Substanz, nämlich den Sand der Zeit. Jetzt darf man Timespinner natürlich nicht mit Prince of Persia verwechseln, auch wenn das nahe liegt. Nur mit genügend Sand, kann die Zeitbotin auch die Zeit stoppen. Ist dieser einmal aufgebraucht, läuft die Zeit normal wieder weiter. Glücklicherweise findet man im Spiel genügend Stellen, wo man die Substanz finden kann. Was wirklich erfreulich ist, ist die Tatsache, dass die Steuerung sehr gut funktioniert. Es gab bis zum Spielende keine Passagen, die aufgrund der Steuerung nicht funktioniert haben.

Lunais findet im Spielverlauf diverse Orte, wo sie wieder in die Gegenwart reisen kann. Dadurch kann man manche sehen, wie sich die Aktionen in der Vergangenheit auf die Gegenwart auswirken. Leider nimmt dieses Feature nur gegen Ende bzw. in den Endszenen sehr an. Im Spielverlauf lassen sich in der Vergangenheit runterhängendes Grünzeug verbrennen, wodurch man dann in der Gegenwart zu diversen Schatztruhen hinkommt.

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Orbs, Ringe und Halsketten

Da sich Lunais gegen die Horden an Feinde wehren muss, braucht sie auch Waffen. Wer aber denkt, dass die zierliche Dame schwere Äxte oder breite Schwerter bekommt irrt sich. In Timespinner bekommt die Zeitbotin Orbs als Waffen.

Die Orbs fungieren hierbei als Waffenarsenal und können sich in verschieden Waffen verwandeln. Das Arsenal geht von normalen Schwertern und Äxten bis hin zu Schusswaffen wie Pistolen oder fliegende Augen. Da die Zeitbotin immer zwei Orbs mit sich trägt, kann man die verschiedenen Waffen untereinander kombinieren. Die Auswahl ist daher riesig und für jeden Kampfstil ist etwas dabei.

Hat man nun ein Orb im Spielverlauf gefunden, können davon nun auch ein Ring und eine Halskette hergestellt werden. Der Ring gibt Lunais eine passive Fähigkeit, wohingegen die Halskette ihr eine aktive Fähigkeit verleiht. Man ist dabei nicht daran gebunden die selben Sachen zu verwenden. Man kann alle Orbs, Halsketten und Ringe in jeder Art kombinieren. Auch bietet Timespinner die Möglichkeit, drei verschiedene Ausrüstungsvarianten zu speichern. Da die Gegner immer unterschiedliche Resistenzen haben, muss man eine gute Kombination der Waffen und Ausrüstungen finden.

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Level up und eine Halsabschneider Krähe!

Bekämpft Lunais nun mit ihrer Ausrüstung diverse Monster, bekommt die Zeitbotin auch Erfahrungspunkte gutgeschrieben. Hat diese Menge einen gewissen Wert überschritten, levelt sie auf und ihre Statuswerte werden verbessert. Aber nicht nur Lunais kann stärker werden, sondern auch ihre Orbs. Je mehr man mit den Waffen kämpft desto besser werden diese. Hierbei gibt es aber keine weitreichenden Veränderungen, nur die Angriffsstärke wird alle elf Level um einen Punkt erhöht.

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Die Statuswerte sind immer gut ersichtlich

Das hört sich nicht nur lang an, das ist es auch. Dadurch gibt es die Möglichkeit mit Elementarperlen die Level schneller aufsteigen zu lassen. Von diesen findet man im Levelverlauf viele, möchte man aber noch mehr, muss man zum Ortsansässigen Händler gehen. Das ist aber kein Mensch, sondern eine Krähe und die möchte euer Geld haben!

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Die Halsabschneider Krähe!

Quests und freie Liebe für Alle!

Die wenigen Menschen, die man in Timespinner trifft, befinden sich in einer Enklave in der Vergangenheit. Hat man diesen Ort erreicht, darf man für die Bewohner diverse Aufgaben erfüllen. Diese sollte man auch machen, denn je nachdem wie viele Quests erfüllt worden sind, wirkt sich diese Tatsache auf die Endsequenz aus.

So geht es zu Beginn noch um alltägliche Sachen, wie den Hungertod zu überstehen oder Krankheiten zu heilen, wird es am Ende hin romantisch. So stellt sich heraus, dass gefühlt jeder der fünf Charaktere in der Enklave was miteinander hatte und da spielt das Geschlecht keine Rolle.

Timespinner behandelt in diesem Bereich die Liebe untereinander ganz offen und hat kein Problem, dass zwei Männer oder zwei Frauen sich eine Beziehung untereinander wünschen.

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Fazit

Timespinner hat mich begeistert! Eine spannende Story mit sehr gutem Gameplay und tollem Zeitreisefeature, was will man mehr?

Die Geschichte rund um Lunais und ihrem Rachefeldzug ist spannend bis zum Schluss. Auch kann man mit der Zeitbotin insgesamt vier verschiedene Enden bekommen, die immer eine andere Gegenwart zeigen. Wenn sich das nach viel anhört, muss ich leider enttäuschen, denn nach gut 10 Stunden hat man alles entdeckt. Hier hätte ich gerne noch mehr Story haben wollen. Besonders Leute die gerne auf Deutsch spielen, kommen hier voll auf ihre Kosten, denn Timespinner wurde komplett auf Deutsch übersetzt.

Selten hat mich ein Spiel wie Timespinner so überzeugt. Jeder der eine Vorliebe für Zeitreisen und Metroidvania hat, wird bei dem Spiel auf jeden Fall zugreifen müssen!

Timespinner

8.3

Grafik

8.0/10

Sound

8.0/10

Gameplay

9.0/10

Umfang

7.0/10

Spielspaß

9.5/10

Pros

  • Zeitreise
  • LGBT gut eingebaut in die Story
  • Komplett auf Deutsch
  • Gute Steuerung

Cons

  • Sehr kurze Spielzeit
  • Kulissen könnten mehr abwechseln

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