Razer Raiju TE

[Test] Razer Raiju Tournament Edition

Nachdem wir Ende 2018 die neuen Raiju Controller aus dem Hause Razer angeschafft haben, hat der Artikel zum Ultimate nach einer Warnung noch ein Update erhalten. Jetzt reichen wir noch unseren Test zum Razer Raiju Tournament Edition (TE) nach. Ob dieser besser abschneidet, erfahrt ihr weiter unten.

Verpackung

Genau wie sein großer Alu-Bruder, kommt der TE ebenfalls gut verpackt an. Die Boxen selbst unterscheiden sich kaum. Lediglich die vielen Hinweise auf die RGB-Beleuchtung fehlen. Eine Tasche legt der Hersteller hier leider nicht bei, was schade ist. Der Lieferumfang ist recht übersichtlich und Käufer finden neben den Controller lediglich das gelochtene USB-Kabel sowie den Standard-Papierkram im Paket.

Razer Raiju TE

Optik & Haptik

Der Tournament Controller ist schwarz gehalten und besitzt keine wirklichen Akzente oder Eye-Catcher. Allerdings fallen die dezentralen Analog-Sticks ins Auge, die wir beim Ultimate vermisst haben. Beide Raiju liegen sehr gut in der Hand und kommen mit einem angenehmen Gewicht daher. Die frei belegbaren Sondertasten M1 bis M4 lassen sich gut erreichen und werden nicht aus Versehen gedrückt. Die Trigger-Stops können auch bei der Tournament Edition einwandfrei und unkompliziert angepasst werden. Das geht sogar „on-the-Fly“ und ohne Umdrehen des Controllers.

Die mechanischen Tasten aus Plastik fühlen sich nicht billig an und bieten wider Erwarten recht guten Grip. Die Druckpunkte der Sondertasten sind nicht so optimal und fühlen sich leicht schwammig an. Das geflochtene USB-Kabel mit einer speziellen Form dient dem direkten Anschluss an PC oder PS4 und sitzt bombenfest.

Verarbeitung

Im direkten Vergleich mit dem Raiju Ultimate fällt das Ergebnis in Sachen Qualität beim TE etwas schlechter aus. Neben den nicht so perfekten Sondertasten ist das D-Pad fast schon eine Katastrophe. Es ist fest eingelassen und liegt ziemlich tief im Gehäuse. Die Nutzung haben wir nicht als Angenehm empfunden. Einen kleinen Trost bieten die dezentralen Analog-Sticks, wenn man diese Anordnung denn gerne beim Zocken verwendet.

In Summe ist die Verarbeitung ganz gut. Unsere Testobjekte hatten keine Spaltmaße oder andere Verarbeitungsfehler. Bei einer UVP von 149€ sollte dies aber auch so sein.

Razer Raiju TE

Konfiguration, Updates und Reset

Razer bietet auf seiner Homepage Updates für seine Peripherie. Bevor diese jedoch auf einen Raiju aufgespielt werden, sollte dieser zunächst am System (PS4 oder PC) getestet werden. Tatsächlich können neuere Firmwares bei den Controllern nicht unbedingt nur Besserungen bringen. Dazu später mehr.

Die Konfiguration bzw. deren Anpassung lässt sich komfortabel über eine mobile App durchführen, die sowohl für iOS und Android verfügbar ist. Für einen korrekten Reset müssen sowohl die Profile in der App gelöscht, als auch der mechanische Reset-Taster genutzt werden.

Mobile App

Der Raiju TE speichert ein Profil auf seinem Onboard-Speicher. In der Razer Cloud lassen sich sehr viele verschiedene Profile speichern, die per Knopfdruck in der App an den Controller übertragen werden können. Das geht alles recht einfach von der Hand. Man muss wohl bei jeder neuen Verbindung mit dem Smartphone am Raiju manuell in den Kopplungs-Modus wechseln. Diese Tatsache wirkt unschön und nicht gut durchdacht. Warum merkt sich die App meine Controller nicht?

Zusätzlich zu den Profilen lassen sich beide Vibrationsmotoren und die Empfindlichkeit der Analog-Sticks anpassen. Mehr steht dem User leider nicht zur Verfügung. Bei Nacon dürfen wir da deutlich mehr um- bzw einstellen, was uns auch deutlich besser gefällt. In Summe kommt man hier aber auch ganz gut klar. Vielleicht werden ja noch Features nachgereicht.

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Einsatz an Konsole & PC

Das Koppeln per Bluetooth mit der Konsole muss etwas anders als die Verbindung zum Smartphone realisiert werden. Die entsprechende Tastenkombination steht im übersichtlichen Handbuch oder einfach online.

Wie beim Razer Raiju Ultimate sind auch beim TE Probleme mit Inputverzögerungen per Bluetooth vorhanden. Das ist recht ärgerlich und konnte auch nicht mit Firmware-Updates behoben werden. Von daher empfiehlt sich der Einsatz des USB-Kabels.

Allerdings löst das Kabel nicht alle Probleme, sondern stellt andere in den Vordergrund. Die Analog-Sticks driften nach rechts, bewegen sich also vollkommen automatisch. Resets, Updates und Neustarts haben da nicht geholfen. Selbst eine frische Firmware vom Razer Support konnte keinen Fix herbeiführen. Der Drift wurde zwar teils weniger, aber ist weiterhin so krass, dass der Razer Raiju Tournament Edition unbrauchbar ist, wenn man ein Game mit Unterstützung für beide Sticks spielen möchte.

Razer Raiju TE

Fazit

Wie auch beim großen Bruder, ist der Gesamteindruck des Razer Raiju TE recht solide. Besonders der dezentrale Analog-Stick hat es uns angetan, aber das muss jeder für sich entscheiden. Ein Umbau ist leider nicht möglich. Die mechanischen Tasten sind super und der gesamte Controller liegt, obschon recht schwer, gut in der Hand.

Dummerweise sorgt der anhaltende automatische Drift der Sticks dafür, dass die Peripherie absolut nutzlos ist und damit zu teurem Elektroschrott verdammt wird. Der Support hat uns unser Exemplar insgesamt fünf mal tauschen lassen, ohne zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Erst nach unserer Rückabwicklung konnten wir in Erfahrung bringen, dass wohl 2019er Modelle existieren, bei denen Razer das Problem in den Griff bekommen haben soll, was wir bisher nicht verifizieren konnten. Da scheint sich wohl ein Hardwarefehler eingeschlichen zu haben, da man die „Fix-Firmware“ nicht auf die 2018er Modelle aufspielen kann.

Für uns gilt: Finger weg vom Raiju! Foren sind voll von Negativmeldungen, der Support verweist auf den Händler und Firmware-Updates bringen kaum bis gar keine Besserung. Bei rund 150€ für einen Controller darf man schon erwarten, dass die Grundfunktionen nutzbar sind. Schade…

Wertungsbox-NichtEmpfehlenswert

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